Allgemeine Informationen

Als Dupuytrensche Kontraktur wird eine hohlhandseitige Bindege-websveränderung bezeichnet. Sie ist zunächst knotig oder flächenhaft und hat die Tendenz, derbe Stränge auszubilden. Diese können bis in die Finger hineinreichen und durch Zusammenziehen eine Beugung der Finger bewirken. Sie führen langsam zum Funktionsverlust der jeweiligen Finger. Am häufigsten sind der 4. und 5. Mittelhandstrahi betroffen. Diese Erkrankung verändert nicht direkt die Beugesehnen. Diese liegen viel tiefer verborgen und werden nur indirekt in ihrer Funktion beeinträchtigt.

Ursache

Auch heute, 150 Jahre nach der Erstbeschreibung dieser Erkrankung durch den Arzt Dupuytren, ist die auslösende Ursache nicht bekannt. Als mögliche Faktoren für die Entstehung dieses Krankheitsbildes werden Vererbbarkeit, Stoffwechselstörungen, Erkrankungen der Leber, lokale Traumen und Infektionen angesehen. Ähnliche Veränderungen können auch an der Fußsohle auftreten und werden als M. Ledderhose bezeichnet.

Die Einteilung erfolgt in vier Schweregrade

  1. Knoten in der Hohlhand ohne Streckbehinderung
  2. Beugesteife im Fingergrundgelenk
  3. Beugesteife im Grund- und Mittelgelenk
  4. Beugesteife im Grund- und Mittelgelenk, Überstreckung im Endgelenk

Behandlungsmöglichkeiten

Konservative Maßnahmen müssen wegen der schlechten Ergebnisse als ungeeignet angesehen werden. Operative Behandlungsmethoden stellen das Mittel der Wahl dar.

Wann sollte operiert werden?

  1. Wenn Knoten in der Hand durch Druck auf Mittelhandnerven zu Schmerzen oder Gefühlsstörungen führen.
  2. Wenn durch unterschiedliche Fixierung die Gebrauchsfährgkeit einzelner Finger oder der Hand eingeschränkt sind

Was soll operiert werden?

Entfernung der krankhaft veränderten Bindegewebsanteile.

Welche Komplikationsmöglichkeiten einer Operation bestehen?

  • Auf Grund anatomischer Besonderheiten der Hand (viele wichtige Strukturen wie Nerven, Gefäße, Sehnen, eng zusammen) besteht Verletzungsgefahr
  • Durchblutungsstörungen der Haut nach Entfernung des krankhaften Gewebes
  • Gewebedefekte beim Hautverschluß in höheren Stadien der Erkrankung
  • Wundinfektionen


Wie können diese Komplikationen vermieden werden?

  • Strenge Indikationsstellung zur Operation
  • Operateur sollte ausreichend Erfahrung auf dem Gebiet der Handchirurgie besitzen
  • Operation in geeigneter Betäubungsform, Blutleere und mit optischer Vergrößerung (Lupenbrille)
  • gewebeschonende Hautschnitte und Operationsmethoden.

Ein Wundverschluß sollte niemals erzwungen werden!

Bei problematischen Wundverhältnissen sollte die Haut nicht verschlossen werden.

Open-Palm-Technik

Hierbei wird trotz offengelassener Wunde die Gipsschiene nach 2-3 Tagen entfernt. Es kann sofort mit der Bewegungstherapie begonnen werden. Tägliche Verbandswechsel sind notwendig.


Postoperative Maßnahmen, die den Erfolg der Operation gewährleisten

  • Schmerz- und Schwellungsbehandlung (Kältebehandlung, Hochlagerung der Hand)
  • Ruhigstellung der Hand im Gipsverband nur so lange wie unbedingt nötig
  • frühe Mobilisation der Hand ohne Belastung
  • Intensive funktionelle Nachbehandlung und Narbenpflege

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